Stiftung Thurgauer Tierfreunde, die Stiftung für Mensch und Tier

Gemäss Stiftungsurkunde, vom 27.11.96, wird jährlich ein Jahresbericht und die Jahresrechnung erstellt und vorgelegt.

Im vergangenen Jahr erreichten uns wiederum viele Anrufe. Wir konnten Hilfe vermitteln und die Anrufenden beraten. In verschiedenen Fällen durften wir selber, nach umfangreichen und seriösen Abklärungen, helfen.

Die Zunahme an Unterstützungsgesuchen ist im Jahre 2011 parallel zu den „Krisen“ spürbar geworden. Viele Mitmenschen, besonders sozial schwache, bekommen noch grössere finanzielle Probleme. Wir versuchen diese Probleme aufzufangen so gut wir können. Die Versorgung der Tiere, insbesondere Tierarztbesuche, sprengen bei vielen Mitmenschen das Budget und sie wissen kaum mehr ein noch aus. In vielen Telefongesprächen sind emotionale „Ausbrüche“ wie Weinen und Beschämtheit spür- und hörbar.

Hier sehen Sie einen Auszug aus dem Jahre 2011:

08. Februar 2011:
Eine Frau aus dem Kanton Thurgau ist alleinerziehende Mutter mit zwei Töchtern. Der rote Kater ist 2 Jahre alt und sehr anhänglich. Die beiden Mädels lieben ihn über alles. Vor 3 Monaten wurde die Katze angefahren und hatte einen Kieferbruch. Obwohl diese Frau wusste, dass sie sich eigentlich die Arztkosten nicht leisten kann, stand es für sie nie zur Diskussion, die Katze einschläfern zu lassen, Sie hätte das den Mädels auch nie antun können. Die Stiftung hat diese Rechnung bezahlt.

02. März 2011
Eine 62-jährig Frau aus dem Kanton Zürich lebt alleine in einer Mietwohnung. Durch ihre körperliche Behinderung ist sie in ihrer Mobilität stark eingeschränkt. In der Wohnung und nahen Umgebung braucht sie Krückstöcke oder den Rollstuhl. Um sich draussen weiter fortzubewegen ist sie auf den Rotkreuzfahrdienst und Pro Mobil angewiesen. Diese Frau lebt sehr zurückgezogen mit ihren zwei Katzen in ihrer Wohnung. Soziale Kontakte hat sie nur sehr wenige.
Diese Frau lebt von ihrer IV-Rente und Ergänzungsleistungen. Die Kosten für die Katzenbetreuung bedeuten für sie eine grosse finanzielle Belastung. Die beiden Katzen, die nicht ins Freie dürfen, haben einen Auslauf, der erneuert werden muss. Ein Kollege führt diese Arbeit aus. Die Offerten von Geschäften waren viel zu hoch! Das Gehegedach ist im März 2011 eingestürzt und die Frau musste das Gehege sofort reparieren lassen. Die Stiftung hat diese Kosten übernommen.

30. Mai 2011
Eine Frau aus dem Kanton Bern besitzt einen 5-jährigen Hund. Er muss operiert werden, da er eine Verhärtung am rechten Oberschenkel hat. Sie ist IV Rentnerin wegen psychischen Problemen und wohnt im „begleiteten Wohnen“. Das begleitete Wohnen kostet viel Geld und sie hat fast nichts mehr zur eigenen Verfügung und muss auch noch Schulden abzahlen. Der Hund gibt dieser Frau wieder einen Sinn im Leben, denn sie hat einige Selbstmordversuche hinter sich. Täglich geht sie mit dem Hund 6 Stunden spazieren. Die Stiftung übernimmt die Operationskosten.
02. September 2011
Ein Mann aus dem Kanton Baselland ist 51 Jahre alt und seit vielen Jahren bezieht er eine IV Rente. Durch seine Krankheit, hat er sich in den letzten 30 Jahren sehr aus der Gesellschaft zurückgezogen. Den größten Teil seines Lebens hat er alleine verbracht. Vor vier Jahren hat er sich, sehr spontan, dazu entschlossen einen Hund zu adoptieren. Dieser Schritt hat sein Leben sehr zum Positiven verändert. Durch die Spaziergänge mit seinem Hund muss er zwangsläufig seine Wohnung verlassen und hat somit wieder ein bisschen Anschluss an die Aussenwelt bekommen. Es ist unglaublich was für Begegnungen er, durch die Hilfe seines Hundes, erlebt hat. Er kommt mit wildfremden Hundehaltern ins Gespräch, und ab und zu gibt es auch gemeinsame Spaziergänge mit anderen Menschen und deren Hunden. Seine Lebensqualität hat sich sehr verbessert. Er kann sich kein anderes Leben mehr vorstellen. Leider musste der Hund in tierärztliche Behandlung und eine längere Therapie mit Medikamenten muss durchgeführt werden.
Die Stiftung hat die Kosten für die Medikamente übernommen und dieser Mann zahlt einen Teil der Kosten in monatlichen Raten zurück.

06. September 2011
Eine Frau aus dem Kanton Schaffhausen lebt von einer Invalidenrente und Ergänzungsleistungen. Ihre zwei Hauskatzen sind vor kurzem an einer chronischen, allergischen Gastritis erkrankt, die zum häufigen Erbrechen führt. Die Katzen sind seither auf speziell magenschonendes Diätfutter angewiesen (ein ärztliches Zeugnis ist vorhanden). Diese Frau bittet von den entstandenen Kosten einen Teilbeitrag als Unterstützung zu erhalten. Die Stiftung übernimmt einen Teilbetrag.

21. Oktober 2011
Aus einer Kleintierklinik im Kanton Thurgau werden wir angerufen, dass eine Frau ihre Katze zum Untersuch gebracht hat und die Katze rasch operiert werden muss. Sie hat eine Urinröhrenverstopfung und die Operationskosten können von dieser Frau nicht bezahlt werden, da sie Sozialhilfeempfängerin ist. Die Stiftung übernimmt diese Operationskosten.

Am 8. und 9. Mai durften wir, Jrène und Kurt Sieber, einen Stand am Frühlingsmarkt in Frauenfeld betreiben, um zugunsten der Stiftung zu werben und Bastelarbeiten zu verkaufen. Der ganze Erlös floss in unsere Stiftungskasse.
Stiftung Thurgauer Tierfreunde

Kurt F. Sieber, Stifter und Geschäftsführer