Stiftung Thurgauer Tierfreunde, die Stiftung für Mensch und Tier

Gemäss Stiftungsurkunde, vom 27.11.96, wird jährlich ein Jahresbericht und die Jahresrechnung erstellt und vorgelegt.

Im vergangenen Jahr erreichten uns wiederum viele Anrufe. Wir konnten Hilfe vermitteln und die Anrufenden beraten. In verschiedenen Fällen durften wir, nach umfangreichen und seriösen Abklärungen, selber helfen.
Die Zunahme an Unterstützungsgesuchen ist auch im Jahre 2012 parallel zu den „Krisen“ spürbar geworden. Viele Mitmenschen, besonders sozial schwache, bekommen noch grössere finanzielle Probleme. Wir versuchen diese Probleme aufzufangen so gut wir können. Die Versorgung der Tiere, insbesondere Tierarztbesuche, sprengen bei vielen Mitmenschen das Budget und sie wissen kaum mehr ein noch aus. In vielen Telefongesprächen sind emotionale „Ausbrüche“ wie Weinen und Beschämtheit spür- und hörbar. Nach telefonischer Anfrage neuer Gesuchsteller, werden vermehrt keine oder unvollständige Unterlagen eingereicht, es scheint, dass es einigen Gesuchsteller ein zu grosser Aufwand bedeutet, die Unterlagen an uns zu senden. Wenn keine oder unvollständige Unterlagen bei uns eintreffen, kann der Stiftungsrat die Gesuche leider nicht behandeln. Es taucht der Verdacht auf, dass Personen eine Unterstützung möchten, sind aber nicht bereit ihre finanzielle Situation offen zu legen, aber es ist unsere Pflicht die Gesuche seriös und gründlich zu prüfen.

3 Beispiele aus 15 Unterstützungsgesuchen:

Januar 2012:
Eine Frau ist seit Ende April 2010 ohne feste Anstellung. Der damalige – mobbingbedingte -Verlust ihres langjährigen Arbeitsplatzes stürzte sie in ein tiefe psychische Krise. Ein längerer Aufenthalt in einer Klinik konnte ihr Selbstvertrauen wieder einigermassen aufbauen. Sie meldete sich beim RAV und arbeitete anschliessend im Thurgau, bis sie aus gesundheitlichen Gründen auch diesen Job aufgeben musste. Nachdem sie nach 30 Krankheitstagen die finanzielle Unterstützung durch die Arbeitslosenkasse verlor, erhielt sie während Monaten ihren Lebensunterhalt vom Sozialdienst Romanshorn, was für sie – trotz permanenten gegenteiligen Beteuerungen – eine weitere Demütigung bedeutete.
Seit einigen Wochen arbeitet diese Frau wieder, hat aber dauernd wieder gesundheitliche Probleme als Folge von Operationen an beiden Händen.
Für ihre psychische Stabilität sind ihre beiden Katzen enorm wichtig. Nun hat die eine davon einen schlimmen Unfall gehabt und verursacht enorme Kosten für die Wiederherstellung. Die finanzielle Situation der Frau erlaubt es leider nicht, diese Kosten vollumfänglich selber zu tragen. Sie ist zwar bereit, ihren Lebensunterhalt weiter einzuschränken, aber trotzdem ist es ihr nicht möglich, die Zustimmung zu einer Behandlung in dieser Grössenordnung zu geben. Die Stiftung übernimmt die entprechenden Kosten.

Juni 2012:
Die Stiftung Lebensschritt richtet ein Unterstützungsgesuch für eine Frau ein. Diese Frau ist seit einiger Zeit bei der Stiftung Lebensschritt und wohnt auch dort. Sie hat 2 Hunde, mit denen sie den ganzen Tag unterwegs ist und die ihr Ein und Alles sind. Diese Frau ist arbeitslos und bekommt von der Stiftung Lebensschritt Fr. 115.– pro Woche, wobei Fr. 65.– für das Essen gedacht sind. Die Frau ist 19 Jahre alt und ist nicht steuerpflichtig, da sie über keine finanziellen Mittel verfügt. Es sind Tierarztrechnungen bei einer Tierklinik im Aargau offen. Gemäss Telefongespräch mit der Tierklinik durch den Geschäftsführer sind die 3 Mahngebühren von je Fr. 10.– von den offenen Rechnungen abziehbar.
Der Stiftungsrat beschliesst Fr. 2’152.10 zu übernehmen und beauftragt den Geschäftsführer die Rechnungen zu bezahlen.

Eine 37-jährige Frau ist alleinerziehende Mutter. Sie leidet an Morbus Bechterev sowie an Depressionen. Sie bezieht eine ganz IV-Rente. Anfangs März 2012 hatte die Katze einen Unfall. Diagnosen: traumatischer Austritt des Augapfels, Kieferfrakturen, Schädel-Hirn-Trauma. Die Frau fuhr darauf ins Tierspital. Als sie sich nach den Kosten für die Operation erkundigte, sprach man von Fr. 1’500.– . Die tatsächlichen Kosten sind nun jedoch Fr. 2’482.30. Einen Teil der Kosten konnte sie von Verwandten ausleihen und einen Teil hat sie bereits selber bezahlt.
Der Stiftungsrat beschliesst die Kosten von Fr. 957.45 zu übernehmen und beauftragt den Geschäftsführer den Betrag zu überweisen.

Unser Internetauftritt hatte auch dieses Jahr wieder sehr viele Besucher. Dieser wird uns immer noch kostenlos durch Kurt Sieber, Geschäftsführer, zur Verfügung gestellt.

Während des ganzen Jahres 2012 hat Jrène Sieber, auf eigene Kosten, Geschenke hergestellt und zugunsten der Stiftungskasse verkauft. Glasperlennähen (Deckeli, Halsketten, Ohranhänger etc.), Perlenknüpfen, Stricksachen, Kerzen mit Serviettentechnik, Fimo-Arbeiten, Enkaustic und Tiermagnete erbrachten einen schönen „Zustupf“ von Fr. 860.20 in unsere Kasse.

Solange Menschen denken,
dass Tiere nicht fühlen,
solange müssen Tiere fühlen,
dass Menschen nicht denken.

Wir sind auf jede Spende, so klein oder gross sie auch sein mag, angewiesen. Selbstverständlich sind alle freiwilligen Zuwendungen bei der Steuererklärung abzugsberechtigt, denn wir sind als gemeinnützige Stiftung von der Steuerpflicht befreit.

Seit unserer Gründung konnte wir insgesamt mit Fr. 141’900.85 (Stand am 31.12.2012) helfen, dabei beläuft sich der jährliche Verwaltungsaufwand auf weniger als Fr. 300.–, denn wir arbeiten ohne Entschädigung für die Ziele der Stiftung Thurgauer Tierfreunde.

Jede Spende fliesst somit dem Stiftungszweck zu und versickert nicht im Verwaltungsaufwand.

Stiftung Thurgauer Tierfreunde

Kurt F. Sieber, Stifter und Geschäftsführer