Thurgauer Zeitung, Freitag, 26. November 2004
Im Einsatz für das Wohl und die Rechte der Tiere
Vor acht Jahren wurde in Frauenfeld die Stiftung Thurgauer Tierfreunde gegründet, die sich dem Wohl und den Rechten der Tiere verschrieben hat. Am Friedau-Markt tritt sie an die Öffentlichkeit.
ALOIS SCHWAGER
Frauenfeld - Am 27. November 1996
hat Kurt Sieber zusammen mit Dagmar Senn auf dem Notariat in Frauenfeld die
Urkunde der "Stiftung Thurgauer Tierfreunde" unterzeichnet. Die Stiftung
bezweckt die Unterstützung der Hilfeleistung für Tiere. Im Vordergrund
stehen der Betrieb von Tierheimen, Tierambulanzen, Aktionen zu Gunsten von wild
lebenden Tieren sowie die Bezahlung von Tierarztkosten, Tiersteuern und Tiernahrung
für sozial schwachgestellte, tierliebende Menschen (damit das Tier beim
Halter bleiben kann). Dem Stiftungsrat gehört neben Dagmar Senn (Präsidentin)
und Kurt Sieber (Geschäftsführer) noch Jrène Sieber-Günther
als Vizepräsidentin an. Alle drei arbeiten ehrenamtlich.
Der administrative Aufwand wird, wie Geschäftsführer Sieber ausführt,
so niedrig wie möglich gehalten. Man bemühe sich ausserdem um vollständige
Transparenz in der Geschäftsführung und bei den Finanzen. Die Stiftung
startete mit einem Kapital von 80 000 Franken. Im Rahmen eines ersten Projekts
half sie 1997 mit, die Katzenstation "Katzehüsli" in Horgenbach
zu realisieren, wofür sie die Hälfte der Kosten übernahm.
Priorität im sozialen Bereich
Wie Geschäftsführer Sieber
betonte, liegen die Priorität der Stiftung im sozialen Bereich. So hat
sie beispielsweise auf Ersuchen des Sozialamtes hin einer Frau, die von der
Sozialhilfe lebte, und deren Hund dringend operiert werden musste, die Operationskosten
im Betrag von rund 1500 Franken bezahlt - das Tier hätte sonst eingeschläfert
werden müssen. Die Stiftung hat die Kosten aber erst übernommen, nachdem
ein Tierarzt die Chancen der Operation als gut beurteilt hatte und sie sich
selbst von der Notwendigkeit einer Unterstützung überzeugen konnte.
Für eine weitere Frau, die psychische Probleme hatte, und welcher der Arzt
die Anschaffung einer Katze als Therapie verschrieben hatte, hat man die Kosten
für die Anschaffung des Tieres, dessen medizinische Erstbetreuung sowie
für das Futter für eine gewisse Zeit übernommen. Auch hier hat
man erst grünes Licht gegeben, nachdem abgeklärt war, ob und wieviel
die Frau selber beitragen konnte. Auch wurde deren Budget überprüft,
um sich zu überzeugen, dass sie in einer zweiten Phase die Verantwortung
für das Tier selber übernehmen könne.
Das Geld werde übrigens nie direkt an die betroffenen Personen bezahlt,
damit es nicht missbräuchlich eingesetzt werden kann. Im Weiteren versteht
sich die Stiftung Thurgauer Tierfreunde nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung
zu bestehenden Organisationen wie die Tierschutzvereine.
Neues Heim für Gänsegeier
Als Beispiel für den Einsatz
der Stiftung zu Gunsten wild lebender Tiere schilderte Sieber den Fall eines
Gänsegeiers, der sich vermutlich aus dem Raum Salzburg kommend in die Gegend
um Frauenfeld verirrt hatte. Ihn hat man dem Salzburger Tierheim Hellbrunn zugeleitet,
wo eine artgerechte Haltung sicher gestellt ist. Um die Rechte der Tiere zu
verteidigen, scheut die Stiftung gemäss Sieber auch den Rechtsweg nicht,
wenn es sein muss.
Um diese und ähnliche Aktionen und Hilfeleistungen realisieren zu können,
ist die Stiftung auf Unterstützung angewiesen. Zur Mittelbeschaffung bietet
sie unter anderem im Internet selbst gefertigte Geschenkartikel an, wie Glasperlen-Decken,
Tiermagnete und Standtiere. Wenn sich die Möglichkeit bietet, preist sie
ihre Artikel auch en einem Stand an. Der Erlös fliesst vollumfänglich
in die Stiftungskasse.
www.tierfreunde.ch
Auch am Freidau-Markt
Morgen Samstag von 10 bis 16 Uhr betreibt die Stiftung Thurgauer Tierfreunde am Friedau-Markt an der St. Gallerstrasse 30 einen Stand und verkauft selbst gebastelte Geschenkartikel für jeden Zweck wie Glasperlen-Decken oder Tiermagnete. (as.)
aktualisiert durch sieber-online am: 28.11.2004